Tycho zeigt Rudolf II. die Erdkugel,
Bild von Eduard Ender,
XIX. Jh.
Das Haus in der Straße Novy Svet (Nr.°1), wo Tycho Brahe während seines Aufenthalts in Prag wohnte.

 

Tycho Brahe hält sich nur fünfzehn Monate in Prag auf. Die Stadt, die ihn Willkommen geheißen hat, während sich sein eigenes Land von ihm abwandte, scheint den Astronomen allerorts zu ehren.
In den Straßen und auf den Monumenten der tschechischen Hauptstadt sind Inschriften und Ehrungen zu lesen. Das gilt natürlich auch für sein Grab aus rotem Stein in der Kirche der Jungfrau Maria vor dem Tyn.

 

 

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass sich der nebenstehend zusammen mit dem dänischen Astronomen abgebildete Rudolph II.  für Wissenschaften, Astrologie und Alchimie interessierte und Wissenschaftlern eine grenzenlose Bewunderung entgegenbrachte.

 

 

Dementsprechend bereitet es dem Kaiser eine große Freude, dem Mathematiker im Exil einen Platz an seinem Hof anzubieten.

 

 
Bei seiner Ankunft in Prag 1599 lässt Rudolf II. eine prunkvolle Residenz
in der Stadt einrichten und zeigt Tycho Brahe verschiedene Schlösser für die Einrichtung seiner Sternwarte.
 

Tycho entscheidet sich für das Schloss von Benatky, das sich nur wenige Kilometer von Prag entfernt befindet, und siedelt umgehend dorthin um.

 

 

Unzufrieden über die Entfernung, die ihn von der Hauptstadt trennt, bricht Tycho Brahe seine Arbeiten im Schloss unvollendet ab und zieht mit seinen Instrumenten zurück in die Stadt.

 

Der Kaiser gibt sofort den Befehl, dem Astronomen die königlichen Gärten und Nebengebäude zur Verfügung zu stellen und kauft ein benachbartes Haus, um Tycho Brahe dort zusammen mit seiner Familie unterzubringen.  Dieses Haus ist heute die Nr.°1 der Straße Novy Svet im Stadtviertel HRADCANY am Fuße des kaiserlichen Schlosses.  Zahlreiche Alchimisten haben in den folgenden Jahren dort ihr Laboratorium eingerichtet.

 

 

Auch in der kleinen Halle der Mathematik des Clementinums wird Tycho Brahe geehrt: er ist auf einer der Fresken zu sehen. In dem ehemaligen, dem heiligen Clemens geweihten Dominikanerkloster, das später vom Jesuitenorden übernommen wurde, ist heute die Nationalbibliothek Prag untergebracht.

Das Grab des 1601 frühzeitig verstorbenen Astronomen befindet sich in der Kirche der Jungfrau Maria vor dem Tyn im Zentrum der Hauptstadt.

1604 wird im Stadtviertel POHORELEC ein Tycho Brahe und Johannes Kepler geweihtes Denkmal errichtet. Es wird erzählt, dass der Astronome in einem der Häuser dieses Viertels, an dessen Stelle heute das Gymnasium Jan Kepler seht, mit folgenden Worten im Mund gestorben sei: Non frustra vixisse vidcor, " ich glaube nicht, nutzlos gelebt zu haben".